Feuermale und Blutschwämme – längst keine lebenslangen Stigmen mehr

Leuchtend rot prangen sie im Gesicht oder an anderen Stellen des Körpers – Feuermale und Blutschwämme sind Hautauffälligkeiten, die sich nicht so leicht kaschieren lassen. Da sie entweder schon bei der Geburt (Feuermal) vorhanden sind oder innerhalb von 4 Wochen nach der Geburt (Blutschwamm) sichtbar werden, „entstellen“ sie vor allem Kinder.

 

Behutsame Therapie für stigmatisierende Feuermale und Blutschwämme

  • kurze Behandlungszeiten
  • vergleichsweise geringe Nebenwirkungen
  • auch bei Kleinkindern schon anwendbar
  • sehr gute Ergebnisse
  • keine Narbenbildung

 

Feuermale oder Naevi flammei sind selten, sie kommen nur bei ca. 0,2 % der Neugeborenen vor. Sie bilden sich nicht von selbst zurück und vergrößern sich nur proportional zum Wachstum des Kindes.

Blutschwämme oder infantile Hämangiome dagegen sind wesentlich häufiger, etwa 10% aller Kinder im ersten Lebensjahr sind davon betroffen. Sie entwickeln sich in den ersten vier Lebenswochen, wachsen eine gewisse Zeit, bis sie sich dann langsam wieder zurück bilden. Manche nur unvollständig und ca. jeder fünfte Blutschwamm bleibt sogar bestehen. Im Erwachsenenalter können sogenannte Rubinflecke auftreten. Das sind kleine tardive völlig ungefährliche Hämangiome, aber manchmal ästhetisch störend.

Eine Laune der Natur

Bis heute weiß man nicht, warum Feuermale oder Blutschwämme auftreten. Bei beiden Hautveränderungen handelt es sich um eine angeborene Fehlbildungen der Blutgefäße. In den Feuermalen fehlen die Nervenfasern zur Regulierung der Gefäßweite. Die dauerhaft weit gestellten Adern verursachen die flächigen roten Verfärbungen auf der Haut. Infantile Hämangiome sind knotenartige Wucherungen von kleinen Blutgefäßen unter der Haut. Sie gelten als Tumore, sind aber genau wie die Feuermale gutartig. Trotzdem ist eine genaue Diagnose erforderlich, können doch in seltenen Fällen beide Hautauffälligkeiten in Verbindung zu erblich bedingten Krankheiten (z.B. Sturge-Weber-Syndrom) stehen. Außerdem muss vor einer Behandlung immer zwischen Feuermal und Blutschwamm differenziert werden.

Der gepulste Farbstofflaser lässt Geburtsmale verschwinden

Auch wenn sich infantile Hämangiome in der Regel selbst zurückbilden, behandelt man sie heute so rasch wie möglich.
Dies gilt besonders für Blutschwämme:

  • im Gesicht (im Bereich Augen, Lippe, Nase)
  • im Genitalbereich
  • an Hand oder Fuß
  • an der Streckseite eines großen Gelenks
  • die sehr schnell wachsen oder zu Komplikationen führen

Feuermale, die ein Leben lang bleiben, stellen für die Betroffenen eine große seelische Belastung dar. Besonders wenn der Portweinfleck, wie Feuermale auch genannt werden, im Gesicht, auf dem Hals oder dem Dekolletee prangt. Die Behandlung eines Neavus flammeus wird deshalb bereits im Kleinkindalter angestrebt.

Die Behandlung

  1. Nach einer ausführlichen Anamnese mit Fotodokumentation erfolgt die Differentialdiagnostik, evtl. mit einer Ultraschalluntersuchung. Der gepulste Farbstofflaser wird bei beiden Gefäßmalformationen eingesetzt. Für Feuermale ist er die einzig wirksame Therapie, bei Hämangiomen kommen evtl. noch die Kryotherapie oder eine Behandlung mit Propranolol in Frage.
  2. Bei der Lasertherapie dringt das Licht des Lasers ca. 2 mm tief in die Haut ein, dort wird es vom Blutfarbstoff absorbiert. Die daraus entstehende Wärmeentwicklung lässt das Blut gerinnen und verödet die kleinen Blutgefäße.
  3. Bei Feuermalen hinterlässt die Lasertherapie deutlich sichtbare bläulich-violette Flecken, die innerhalb von 2 Wochen vollständig verblassen. Meist sind 4 bis 6 Sitzungen im Abstand von 6 bis 8 Wochen notwendig, um ein Feuermal bis zu 80% aufzuhellen. Die ersten Sitzungen bringen die größten Erfolge. Rezidive sind äußerst selten, ebenso wie Nebenwirkungen.
  4. Bei der Laserbehandlung eines Blutschwamms geht es nicht darum, ihn zu beseitigen, viel mehr wird angestrebt, die Regressionsphase einzuleiten. Der gepulste Farbstofflaser eignet sich hier besonders für flache, direkt unter der Haut liegende Blutschwämme. Deshalb sollte so früh wie möglich mit der Behandlung begonnen werden. Auch hier sind 1 bis 5 Sitzungen notwendig, um das Hämangiom aufzuhellen bzw. abzuflachen. Bis sich der Blutschwamm vollständig zurück gebildet hat, können mehrere Jahre vergehen.
  5. Während und nach der Therapie werden die behandelten Areale gekühlt. So lassen sich Schwellungen weitgehend vermeiden. Vor und nach der Behandlung sollte starke Sonnenexposition vermieden werden.

Für Erwachsene ist die Lasertherapie sehr gut zu tolerieren, da durch die permanente Kühlung das Schmerzempfinden herabgesetzt wird. Bei Säuglingen und Kleinkindern dagegen kann eine Vollnarkose angeraten sein.

 

Die Kosten für eine Lasertherapie entstellender Geburtsmale wie Naevus flammeus oder Hämangiom werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Wir freuen uns auf ein Beratungsgespräch mit Ihnen!